Michael Steinbusch
Diplom Biersommelier & Bierbotschafter (IHK)

Bier·lo·sophie

Was ist Geschmack?

www.biersommelier-hs.de - Michael Steinbusch(So sollte Bier nicht verkostet werden. ;-)

Ist es nur das was man auf der Zunge schmeckt und mit der Nase riecht?

Nein, Geschmack ist vielmehr. Geschmack ist ein Erlebnis indem alle unsere Sinne gefragt sind.


Fangen wir einfach vorne an.

Du stehst in einem Geschäft vor dem Bier-Regal und suchst nach einem dir noch unbekannten Bier. Was dich als allererstes anlacht sind die Flaschen, oder Dosen, und die Etiketten darauf. Bereits in diesem Moment triffst du deine erste Entscheidung. Stimmt der Bierstil und ist das Etikett nach deinem Geschmack wirst du bestimmt zugreifen.

Später beim Flaschen-, Dosenöffnen ist es das Geräusch des Verschlusses welches Dir verrät was zu erwarten ist. Hörst Du keinen Plopp, oder kein Zischen entsteht der Eindruck das etwas nicht stimmt. Die Vorfreude wird geschmälert. Anders ist es wenn es zischt, oder ploppt, dieses Geräusch macht bereits Lust auf mehr.

Dann lässt Du das Bier ins Glas laufen. Du hörst das glucken in der Flasche, das Ankommen des Bieres im Glas und das sanfte Geräusch des aufschäumenden Bierschaumes. Ist der Schaum cremig, oder fällt er leicht in sich zusammen und was verrät dir dessen Farbe? Vielleicht nimmst du bereits einen ersten Geruch des Bieres war.

Wenn dich dann das Bier mit seiner Farbe von einem hellen gelb bis zu einem dunklen schwarz aus dem Glas anlacht und du die Temperatur des Glases in der Hand spürst steigt das Verlangen nach dem ersten Schluck.

Du führst das Glas zur Nase und riechst hinein. Es steigen eine Vielzahl von Aromen in deine Nase diese können von grasig über fruchtig bis hin zu Vanille, Schokolade, Kaffee und vieles mehr reichen. 

Dann ist es soweit, du nimmst den ersten Schluck. Wie fühlt es sich an im Mund und was schmeckst du? Ist das Bier spritzig, süß, sauer, bitter, vollmundig etc.. Wie ist das Mundgefühl, wie fühlt sich das Bier auf der Zunge und im Mundraum an? Spürst du ein weiches, oder vielleicht wärmendes Gefühl? Verändert sich der Geschmack im Mundraum und wie ist der Nachklang nach dem Schlucken? Sind es mehr die Malzigen Noten, oder die Aromen aus Hopfen und Hefe? Vielleicht spürst du bei einem alkoholreicheren Bier auch die alkoholische Wärme im Rachen. Riechst du die Aromen nach dem Schlucken in der Nase? Bleibt der Geschmack haften, oder klingt er schnell ab? Es passiert so viel im Mund- und Nasenraum was einen regelrecht fordern kann.


Im besten Fall entsteht jetzt das Verlangen nach dem nächsten Schluck. ;-)

Wie du siehst kann Geschmack ein Erlebnis und Abenteuer sein. Du musst es nur wollen und zulassen. Gerne unterstütze ich dich dabei. 

Bier emotionalisiert! 

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Bier ist spannend, alleine durch die vielen verschiedenen Bierstile. Es gibt Biere die nur mit Wasser, Malz, Hopfen und Hefe gebraut werden. Es gibt aber auch Biere die zusätzlich noch mit zum Beispiel Gewürzen und/oder Früchten, Honig etc. gebraut werden. Alles natürliche Zutaten, die einem eigentlich kein schlechtes Gefühl geben. Dennoch gibt es gerade deutsche Biertrinker die auf ihr „Reinheitsgebot“ pochen und darüber hinaus nichts anders akzeptieren.

Immer wieder lerne ich Biertrinker kennen, die auf einen Bierstil z.B. Pils fixiert sind, oder sogar allein auf eine Biermarke. Da gibt es kein links, kein rechts, da kommt nichts anderes ins Glas. Ich habe auch schon erlebt, dass Hotels nur dann gebucht werden, wenn es eine bestimmte Biermarke im Ausschank gibt. Bei keinem anderen Getränk konnte ich bisher so eine festgefahrene Meinung/Einstellung feststellen.   

Wie kommt es dazu, dass die Vorstellung wie ein Bier zu schmecken hat so eingefahren ist?

Wie kommt es dazu, dass man sich gegenüber anderen Bierstilen so „verweigert“?
Wer kennt sie nicht diese Sätze!?

  • Kölsch ist doch kein Bier.
  • Alt trink ich nicht.
  • Das ist doch Weiberbier.
  • Das ist doch Chemiebier. Und so weiter.  
Für mich klingt so mancher Biertrinker oft wie ein Fußballfan, der seinem Verein ewige treue hält. Für die Brauereien ist dies sicherlich gut, aber nimmt es nicht die Offenheit anderen Bieren gegenüber? Sicher, diese Art Biertrinker soll es auch geben und das muss akzeptiert werden. Doch wie kommt es dazu?
Bier ist eins der aromareichsten Lebensmittel die wir kennen. Alleine durch die vier Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe lassen sich nahezu unendlich viele Aromen verbinden. Das lässt ein Bier sehr komplex und anspruchsvoll für den Geschmacksinn erscheinen. Ja, es kann auch eine Herausforderung für jeden einzelnen sein.
Wenn wir uns an das erste Bier zurück erinnern weckt das nicht immer einen positiven Moment. Ähnlich war es doch auch mit dem Kaffee den wir vielleicht als bittere Plörre bezeichnet haben.
Biergeschmack muss und kann man lernen. Der Geschmacksinn kann auf die Aromenvielfalt hintrainiert werden. Das muss man wollen und ist nicht jedermanns Sache.
So kommt es vielleicht dazu, dass sich der ein oder andere auf „sein“ Bier eingeschossen hat und andere sich auf eine Entdeckungsreise begeben.
Am Ende führt man die unterschiedlichsten Gespräche, die sogar polarisieren können. Es wird über Biermarken und Bierstiel gestritten, über Zutaten diskutiert, Biere zusammen ausprobiert und empfohlen…  

Wie heißt es doch so schön! Jedem Tierchen sein Pläsierchen.  

Bier, was bist Du nur für ein wunderbares Getränk voller Emotionen und Gefühlen. Die Welt wäre langweilig ohne dich.

Was macht den Unterschied? (Bierpreisdebatte!?)

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 Nachdem ich zuletzt über preiswertes Bier geschrieben habe, möchte ich jetzt über Biere schreiben, die einen weit höheren Preis haben. Wie kommt es dazu?

Bei "teuren" Bieren haben wir es in der Regel mit Spezialitäten-, Kreativbieren zu tun. Oder es sind Biere, die aus speziellen Rohstoffen gebraut werden, z.B. Bioqualtität. Allen gemein, sind diese Biere in der Regel besonders. Meist werden sie in kleinen Mengen gebraut, zudem ist oft der Brauprozess aufwendiger. Es werden Hopfen und Malze verwendet die es nicht in großen Mengen gibt, vielleicht wird auch mit Früchten und Gewürzen gearbeitet. Diese findet man bei den belgischen Bieren, z.B. Wit Bier und das Kriek wieder. Diese Biere dürfen allerdings in Deutschland nicht Bier genannt werden, denn sie entsprechen nicht dem deutschen Biergesetz.

Es finden sich aber auch die klassischen Bierstile unter diesen Bieren wieder, wie zum Beispiel neue Interpretationen von Pils und Weizenbieren. Diese Biere heben sich ganz klar von den „Mainstream-Bieren“ ab. Weg von dem Einheitsgeschmack, hin zu individuellen Geschmäckern. Hier fängt der Einstieg in den bewussten Biergenuss an.

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Wer sich noch nicht sicher ist, ob die Craft-Beer Bewegung mit den „modernen“ Bierstilen was für einen selber ist, sollte vielleicht einfach mal mit bekannten Bierstilen aus eben solchen Brauereien beginnen. Es ist überraschend was bei Pils, Weizen und Co. alles möglich ist. Ganz interessant ist es auch mal über die Landesgrenze zu schauen. Deutsche Bierstile gebraut von unseren europäischen Nachbarn, oder Brauereien aus der USA, haben durchaus Potential. Denn bei „Biermeisterschaften“ sind es nicht immer die deutschen Brauereien, die den Preis für die deutschen Bierstile gewinnen.

Seit offen, probiert und lasst euch auf neue Bierinterpretationen ein. 

Ist preiswertes Bier das schlechtere Bier?

Eine Frage die immer wieder gerne diskutiert wird. Aber ist denn preiswertes Bier wirklich schlechter? Nein, denn alle Biere in Deutschland müssen nach dem Reinheitsgebot entsprechen. Sollte dies nicht so sein dürfen sie offiziell nicht als Bier deklariert werden. Alle Biere werden zudem traditionell gebraut, auch wenn der Computer vieles im Brauprozess überwacht. Das es nicht unbedingt schlechter schmeckt haben bereits viele Blindverkostungen gezeigt. Dabei wurden Biere immer wieder falsch eingeschätzt und falsch benannt.

Unter den preiswerten Bieren gibt es auch das ein, oder andere Bier welches prämiert wurde. Dann muss die Qualität doch stimmen.

Aber warum ist das Bier denn jetzt soviel billiger?

www.biersommelier-hs.de - Michael Steinbusch(Das Foto zeigt ein preiswertes regionales Bier aus Krefeld, Brauerei Königshof. Das Etikett verspricht, "Beste Brauqualität muss nicht teuer sein.".)
In erster Linie kommt der günstigere Preis zustande, weil auf Marketing und Sponsoring verzichtet wird. Das alleine macht schon einen Millionenbetrag aus. Es wird auf schlichtes Design mit einfachen Flaschen, Etiketten und Kästen gesetzt. Manche Unternehmen übernehmen zudem noch die gesamte Logistik. Rohstoffe können mitunter in größeren Mengen eingekauft werden, dies reduziert ebenfalls den Preis. 

Und jetzt? Probieren und selber entscheiden, denn am Ende entscheidet natürlich, wie bei allem, der persönliche Geschmack.

Ihr traut der Sache nicht? Dann kontaktiert mich und wir organisieren eine Bierverkostung im Freundeskreis. 

Na dann Prost!

 

 
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